Vom Labor in den Heizungskeller: Das grosse Update zu unserem KI-Scanner
Im April haben wir unseren KI-Prototypen vorgestellt, um die manuelle Stammdatenerfassung drastisch zu beschleunigen und die Datenqualität in Campos zu erhöhen. Seitdem ist viel passiert: Nach intensiven Praxistests im Facility-Alltag ist aus dem Versuchsprojekt eine moderne, ausgereifte Web-Applikation entstanden – der Campos db-scanner.
Doch der Weg dorthin hat uns deutlich gezeigt, wo die wahren Herausforderungen der digitalen Gebäudeerfassung liegen.
29.07.2026
Der Realitätscheck: Hauptprobleme aus den Praxistests
Die Theorie klang perfekt, doch die Praxis im Gebäude sieht oft anders aus. In unseren Feldtests stiessen wir schnell auf typische FM-Hürden, die den Erfassungsprozess ausbremsten:
- Das Offline-Problem: Tief im Untergeschoss oder in massiven Technikräumen gibt es oft schlicht keinen Handyempfang. Unser erster Prototyp benötigte jedoch zwingend eine stabile Verbindung für die sofortige KI-Analyse. Die Folge waren Verbindungsabbrüche und Frustration bei der Datenerfassung.
- Fehlende Raumbeschriftungen: Ein klassisches Problem vor Ort – man steht im Raum, aber an der Tür fehlt die Nummer. Um das Equipment in Campos dem richtigen Raum zuzuordnen, mussten unsere Tester parallel wieder ausgedruckte Papierpläne mitnehmen, um sich zu orientieren.
- Die Wartezeit-Falle: Die KI benötigte im Prototyp rund 20 Sekunden, um ein Typenschild zu analysieren und die Daten aufzubereiten. Das klingt nach wenig. Wenn man jedoch in einem Raum 10 verschiedene Anlagen scannen muss, summiert sich diese Wartezeit vor dem Gerät zu einer erheblichen Leerlaufzeit, die man effizienter nutzen könnte.
- Der Umgang mit Alt-Daten: In vielen Systemen gibt es bereits rudimentär erfasste Anlagen (z. B. nur eine Bezeichnung, aber keine Seriennummer). Der Prototyp war nur auf das Anlegen neuer Datensätze fokussiert, nicht aber auf das smarte Anreichern bestehender lückenhafter Daten.
Die Lösungen: Unsere neuen Funktionen im Überblick
Um diese «Schwachstellen» zu eliminieren, haben wir den Campos db-scanner in den letzten Monaten architektonisch und funktional grundlegend überarbeitet. Das das die wichtigsten Neuerungen:
- 100 % Offline-Fähigkeit & Hintergrundverarbeitung: Die App funktioniert nun komplett ohne Netzabdeckung. Anwender:innen können einen Technikraum betreten, sämtliche Anlagen ohne Wartezeit in einem Rutsch abfotografieren und den Raum wieder verlassen. Sobald wieder Empfang besteht, arbeitet der Server die Scans automatisch im Hintergrund ab. Das parallele Erfassen spart massiv Zeit.
- Raumauswahl direkt via Plan: Um das Mitführen von Papierplänen endgültig obsolet zu machen, haben wir die digitalen Grundrisse direkt in den Scanner integriert. Die Raumzuweisung erfolgt nun visuell und intuitiv per Klick auf den Plan.
- Smarte Update-Funktion: Der Scanner lässt sich nun auch für die Bestandspflege nutzen. Wird eine rudimentär erfasste Anlage gescannt, vergleicht die KI die neuen Werte mit den bestehenden. Die Fachkraft kann anschliessend Feld für Feld entscheiden, ob die Alt-Daten überschrieben oder ergänzt werden sollen.
Wie es weitergeht
Um weiterhin eine maximale Entwicklungsgeschwindigkeit zu gewährleisten und flexibel auf das Feedback der Anwender:innen reagieren zu können, wird der Campos db-scanner derzeit ganz bewusst als eigenständige, von den übrigen Campos-Anwendungen entkoppelte Lösung betrieben.
Wir stecken weiterhin mitten in der praxisnahen Evaluierungsphase. Wie genau das finale Werkzeug aussehen wird und auf welchem Weg wir die Technologie künftig in unsere Architektur und in Campos integrieren, ist derzeit noch offen. Unser Fokus liegt aktuell einzig und allein darauf, die Qualität und den Praxisnutzen des Scanners weiter zu perfektionieren.
Sobald wir den nächsten grossen Meilenstein erreicht haben und die Roadmap für eine Bereitstellung steht, werden wir Sie über diesen Blog und unsere offiziellen Kanäle umgehend informieren.
Wir freuen uns darauf, die datengetriebene Zukunft im Facility Management gemeinsam mit Ihnen weiterzugestalten!